Der nagende Schatten

Der nagende Schatten (Lexy Ottwald) 

Wenn dein innerer Schatten nagend in dir fortrennt,
an dir zieht, sich festkrallt, nicht loslässt. 

Stress. 

Dein Atem fällt schwer – und doch geht er schneller.

Dein Puls steigt.
Unruhe. 

Der Schatten flüstert, drängt, treibt. 

In deinem Kopf ein Strudel aus Gedanken und Stillstand zugleich.
Tausend Gedanken schwirren – und keiner lässt sich greifen. 

Deine Bewegungen sind hastig und zugleich störrisch als würde der Schatten an dir ziehen und dich gleichzeitig festhalten. 

Deine Magengrube sinkt tiefer, zieht sich zusammen.
Du bist hungrig – und dennoch appetitlos. 

Deine Kehle ist trocken,
doch du magst kaum schlucken. Leichte Übelkeit breitet sich aus. 

Der Schatten sitzt dir im Nacken. 

Du versuchst, dich abzulenken,
wieder auf Kurs zu kommen – doch er läuft mit. 

Jedes Geräusch, jede Bewegung um dich herum
scheint bedrohlich. 

Du reagierst gereizt,
fast aggressiv. 

Du willst nur noch weg
und weisst, dass du bleiben musst. 

Der Schatten drängt gegen deine Grenzen. 

Du kontrollierst deine Gesichtszüge,
deine Stimme,
deine Bewegungen. 

Brauchst all deine Kraft,
um normal zu wirken
für ein Publikum, das sich Umfeld nennt. 

Du kneifst dich in die Finger.
Weisst nicht, wohin mit deinen Händen. 

Jede beruhigende Stimme, die es gut mit dir meint,
treibt deinen Puls nur höher.
Der Schatten lässt niemanden an dich ran. 

Erst als alle fort sind,
brichst du. 

Du fängst an zu weinen oder wirfst wütend etwas um. 

Du gehst raus,
schlägst Türen.
Wirst tollpatschig,
stösst dich an Gegenständen. 

Ärger steigt hoch.
Der Schatten schlägt um sich. 

Du fängst an zu rennen. 

Du spürst, dein Körper braucht das –
und dennoch kommst du nicht voran, weil er deine Kehle zuschnürt. 

Der Schatten rennt mit.
Hetzt dich. 

Erst als du läufst
und läufst
und läufst,
wird er langsamer. 

Ganz langsam. 

Und dennoch - Wenn dich jemand in den Arm nimmt,
brichst du erneut. 

Du schluchzt.
Fängst an, zu erzählen. 

Der Schatten wird leiser,
zieht sich zurück,
doch er verschwindet nicht. 

Endlich wird es stiller. Dein innerer Schatten legt sich –
und bleibt. 

Er lauert,
nagt weiter,
wartet. 

Bis er dich wieder in den Griff hält. 

Es sei denn,
du stellst dich ihm in den Weg.
Hältst ihn auf.
Hinderst ihn daran,
tiefer in dir zu graben,
weiter durch dich im Kreis zu rennen. 




Postkarte:  Der nagende Schatten - Stress 

Die Postkarte verdeutlicht die Entstehung von Stress, wobei der Schatten als innerer Stressfaktor dargestellt wird, der im Verlauf zunehmend an Einfluss gewinnt. 

Grundsätzlich ist Stress nicht gleich Stress: Man unterscheidet zwischen akutem und chronischem Stress. Akuter Stress ist eine kurzfristige, natürliche Reaktion des Körpers auf Herausforderungen. Dabei werden innerhalb von Sekunden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, wodurch Puls, Muskelspannung und Aufmerksamkeit ansteigen. Nach einigen Minuten setzt die Cortisol-Ausschüttung aus der Nebennierenrinde ein, die zusätzliche Energie bereitstellt und die Leistungsfähigkeit steigert. 

Entscheidend ist, dass der Körper nach der Belastung wieder zur Ruhe zurückkehrt. Bleibt diese Erholungsphase aus und halten die Belastungen über Wochen oder Monate an, entsteht chronischer Stress. Der Körper befindet sich dann in einem Zustand dauerhafter Alarmbereitschaft, und der Cortisolspiegel bleibt erhöht. Dies kann zu gesundheitlichen Problemen wie Infektanfälligkeit, Bluthochdruck, Konzentrationsschwäche, Angstzuständen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Schlafstörungen und Herzerkrankungen führen. Zudem kann anhaltender Stress die Bildung von Serotonin hemmen, was psychische Beschwerden zusätzlich verstärkt.

Zur Bewältigung von Stress werden verschiedene Massnahmen empfohlen. Neben ausreichend Bewegung, Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen sowie einer guten Schlafhygiene greifen viele Menschen auch auf pflanzliche Mittel zurück. Häufig verwendet werden etwa Baldrian, Johanniskraut Passionsblume oder Lavendel, die beruhigend wirken und beim Einschlafen helfen können. 

Wichtig ist jedoch, die Ursachen von chronischem Stress langfristig zu reduzieren, quasi dem inneren unruhigem Schatten die Stirn zu bieten, da nur so eine nachhaltige Verbesserung der körperlichen und psychischen Gesundheit erreicht werden kann. 

Die Postkarte nimmt Bezug auf den Inneren Schatten auf, wenn der Körper und die Seele unter chronischem Stress leiden und ein erneuter Stressfaktor hinzukommt, der all die Symptome auslöst, die im Text mit dem Schatten umschrieben werden. 

Die Adresse bezieht sich auf das, was gegen Stress dessen Stresshormon bei hohem Puls in der Nebennierenrinde erzeugt wird und dadurch langfristig zu Depression führt empfohlen wird. Johanneskraut wird oft als Stimmungsaufheller verwendet, Baldrian für einen erholsamen Schlaf und Lavendel z.B. in Lavendelölkapseln namens Latea, welche eine Dosierung von 80mg auf 56 Kapseln in der Verpackung hinweisen. 

Bildnachweis: 

Der Innere Schatten 1, © Lexy Ottwald, 2026, Digitale Fotografie (Smartphone) 

Quellennachweis: 

https://stress-info.ch/stress-verstehen/akuter-chronischer-stress.html, Zugriff am 06.04.2026 

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/psychische-erkrankungen/stress/cortisol, Zugriff am 06.04.2026