Der verkaufte Schatten

Postkarte: Der verkaufte Schatten 

Wie wäre es schattenlos zu sein? Wie wäre es, wenn man so einen Schatten, der uns selbstverständlich erscheint und uns im Leben begleitet, einfach verkaufen könnte? Ein Dilemma das in Adalbert Chamissos Novelle «Schlemihls wundersame Geschichten» entstanden im Jahr 1814 Realität wird. 

Die Hauptfigur Peter Schlemihl wird von einem Fremden dieses Angebot gemacht und dieser nimmt für Geld das Angebot an. In der Illustration von George Cruikshank wird dies wunderbar in Szene gesetzt. Der Schatten wird für Geld entfernt. Dieses Geld würde nur bei einem schattenlosen Menschen funktionieren. Trotz des Reichtums meiden ihn die Menschen, sodass er sich isoliert und sich nur herausgetraut, wenn er nicht befürchtet, dass man im Licht seinen Schatten entdecken könnte. Als er sich neu verliebt, will die Familie ihn nur akzeptieren, wenn er einen eigenen Schatten hat und geben ihm dafür ein Ultimatum von 3 Tagen. Sein schattenloser Zustand macht ihn unglücklich, weshalb er sich entschliesst den grauen Mann aufzusuchen, mit der Bitte, ob er seinen Schatten wiedererlangen könne. Schlemihl findet den grauen Mann, der ihm den Schatten für den endlosen Geldbeutel entnommen hat. Er willigt ein ihm den Schatten wiederzugeben, wenn er dafür unterschreibt, dass er nach seinem Tod seine Seele haben darf. Schlemihl ist es aber wichtiger seine Seele zu behalten, als den Schatten zu verlieren. Dadurch verliert er nahezu alles und sucht Zuflucht in der Natur und bleibt damit ein Einzelgänger, der dafür in Freiheit wählt. 

Der Schatten in Adalbert Chamissos Novelle steht symbolisch für Identität und einer Reise der Selbstfindung. Sein Verlust bedeutet nicht nur den Verlust des eigenen Selbst, sondern auch den Ausschluss aus der Gesellschaft, sowie eine Gefährdung des moralischen Bewusstseins. 

George Cruikshank war ein berühmter Karikaturist und Illustrator im 19. Jahrhundert in England. Er fertigte im Laufe seines Lebens mehr als 10.000 Zeichnungen und Radierungen an, meist für Bücher, politische Karikaturen oder soziale Satire. Unter anderem arbeitete er für den bekannten Schriftsteller Charles Dickens. Als 1823 die Novelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichten“ ins Englische übersetzt wurde, schuf er die Illustrationen dazu, die bis heute an Beliebtheit erfreuen.

Bildverzeichnis:  Cruikshank, George. Illustration zu Peter Schlemihl. 1861.https://www.cruikshankart.com/illustrations/Peter-Schlemihl/enlarge-shadow-enlarge.jpg, Aufgerufen am 13.04.2026

Quellenverzeichnis: Cruikshank Art. “Peter Schlemihl.”https://www.cruikshankart.com/illustrations/Peter-Schlemihl/index.html., Aufgerufen am 13.04.2026 Inhaltsangabe: Peter Schlemihls wundersame Geschichte. Weebly. URL: https://peterschelmihlswundersamegeschichte.weebly.com/inhaltsangabe.html, Aufgerufen am 13.04.2026.