Im Schatten des Helden

Postkarte: Lucky Luke  

Lucky Luke. Der Mann der schneller schiesst als sein Schatten. Ein Spruch, der mich als Kind beeindruckte - und dazumal nicht in Frage gestellt hatte. Selbst als Erwachsene habe ich kurz innegehalten und mich kurz gefragt. 

Geht das? 

Kann eine Bewegung schneller sein als der Schatten? 

Vielleicht nur dann, wenn die Bewegungen gleich bleiben, und man im Schatten selbst die Pistole gar nicht sieht. Aber so wie auf der Postkarte, das geht wirklich nur in Comics und der Comic Logik. 

Die Anfangsszene mit dem Schatten ist legendär – genauso wie die Schlussszene in der Lucky Luck in den Sonnenuntergang reitet. Lucky Luke ist ein Cowboy der im Wilden Westen Schurken fängt und wieder alles «in Ordnung» bringt. Trotzdem werden die Banditen mit Respekt behandelt egal. Alle Figuren, egal ob Weisse, Indianer oder Banditen. Alle werden mittels Stereotypen, Clichées zur Karikatur gemacht und parodisiert. Dies zusammen mit einer wilden Welt und Cowboy Romantik. Die von Amerika nach Europa tradiert wurde. 

Was dabei völlig im Schatten steht, ist der Zeichner. Er steht im Schatten seiner Figur. 

55 Jahre lang war der Belgier Morris seiner Figur Lucky Luke mit 70 Comic - Bänden treu ergeben. Er selbst hat sich der Öffentlichkeit nie aufgedrängt. Blieb bescheiden im Hintergrund. In einem Interview, dass auf SRF in der Tagesschau und auf dem SRF Website zu Kultur und Literatur anlässlich seines 100. Geburtstags, dass er 2023 gefeiert hätte ausgestrahlt wurde, erklärt er in einer Sendung, dass ihm, sollte er sterben, bitte Papier und Bleistifte in den Sarg mit hineingelegt werden sollten. Damit er, falls er Lust haben sollte, selbst nach dem Tod noch weiterzeichnen könne. 

Morris wurde am 01. Dezember 1923 als Maurice de Bevere in Belgien geboren und war als Kind ein absoluter Wild West Fan. 1948 reiste er in die USA und blieb sechs Jahre lang dort, wo er all die Eindrücke mitnahm, die er für seine Comics verwendete. 

In New York lernt er dabei den Franzosen René Goscinny kennen, der ab1 955 die Geschichten seiner Comics schreibt und später den Asterix ins Leben ruft. Obwohl Groscinny 1977 und Morris 2001 gestorben sind, leben die Comics weiter. Es können nach wie vor neue Lucky Luke Bände gekauft werden. 

Lucky Luke wird nun von weiteren Comiczeichnern weitergezeichnet und weiterhin neu produziert. In der Schweiz hat Ralf Königs eine Hommage an Lucky Luck in seinem Stil gewagt. Dabei vermischt Königs den Lucky Luck Wild West Comic mit LGBTQ- Themen und der Schweiz in einer bittersüssen Ballade zweier schwuler Cowboys. Zu diesem Anlass gab es 2021, anlässlich des 75igsten Geburtstags der Lucky Luck Figur eine Radio -Sendung auf SRF, in dem Christian Gasser, Kulturwissenschaftler den Lucky Luck Comic kommentiert.

Obwohl seine Schöpfer nun bereits in den Schatten geraten sind, lebt Lucky Luke immer weiter und bleibt und als Comicfigur unsterblich erhalten.


Bildverzeichnis:

Lucky Luke Illustration. In: Imre Grimm, „75 Jahre Lucky Luke: Der letzte echte Kerl der Welt hat Geburtstag“, RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), 17. November 2021, URL: https://www.rnd.de/kultur/75-jahre-lucky-luke-der-letzte-echte-kerl-der-welt-hat-geburtstag-WXJ5AXGWGBBBFMLRHVZ3KMUHQA.html , Zugriff am 14. April 2026.


Quellenverzeichnis:

SRF: Schöpfer von Lucky Luke – Der Comiczeichner, der so schnell malte wie sein Cowboy schoss,
https://www.srf.ch/kultur/literatur/. Zugriff am 14.04.2026

Gasser, Christian. Comic-Cowboy wird 75: Lucky Luke, schwule Cowboys und Schweizer Schokolade. SRF, 5. Juli 2021.
https://www.srf.ch/kultur/literatur/comic-cowboy-wird-75-lucky-luke-schwule-cowboys-und-schweizer-schokolade Zugriff am 14.04.2026.